Biodiversität im urbanen Raum
- Michael Himmelstoss
- 9. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Jetzt mehr bienenfreundliche Gärten gestalten
Die Artenvielfalt ist nicht nur in ländlichen Gebieten von Bedeutung, sondern auch in unseren Städten. Urbane Grünflächen können entscheidend zur Biodiversität beitragen und bieten insbesondere Bienen und anderen Bestäubern wertvolle Lebensräume. Doch wie können wir unsere Gärten und Balkone bienenfreundlich gestalten?

Warum ist Biodiversität in der Stadt wichtig?
Biodiversität, also die Vielfalt von Arten, Lebensräumen und genetischen Ressourcen, ist essenziell für stabile Ökosysteme. In urbanen Räumen nehmen versiegelte Flächen und Monokulturen zu, wodurch Lebensräume für viele Arten verloren gehen. Urbane Grünflächen können als Rückzugsorte dienen und das ökologische Gleichgewicht fördern. Bienen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie sowohl Wild- als auch Nutzpflanzen bestäuben und somit zur Nahrungssicherheit beitragen.
Wie sieht ein bienenfreundlicher Garten aus?
Ein bienenfreundlicher Garten muss nicht groß sein – selbst ein kleiner Balkon kann viel bewirken. Wichtig sind die richtige Pflanzenwahl, eine naturnahe Gestaltung und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel.
1. Bienenfreundliche Pflanzen auswählen
Bienen benötigen von Frühjahr bis Herbst kontinuierlich Nektar und Pollen. Daher ist es wichtig, Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten zu wählen. Besonders wertvoll sind:
Frühblüher: Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge, Traubenhyazinthen
Sommerblüher: Lavendel, Sonnenblumen, Kornblumen, Salbei
Herbstblüher: Herbstastern, Fetthenne, Efeu (späte Blüte)
Achten Sie darauf, ungefüllte Blüten zu wählen, da gefüllte Blüten oft keinen Nektar oder Pollen bieten.
2. Wildbienen unterstützen
Neben der Honigbiene gibt es zahlreiche Wildbienenarten, die spezifische Nistplätze benötigen. Um Wildbienen zu unterstützen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Nisthilfen bereitstellen: Insektenhotels mit geeigneten Materialien wie Schilfrohren oder Hartholz mit Bohrungen bieten Nistmöglichkeiten.
Natürliche Strukturen schaffen: Totholzhaufen, offene Bodenstellen oder Sandflächen dienen als Nistplätze für verschiedene Wildbienenarten.

3. Naturnahe Gartengestaltung
Ein naturnaher Garten fördert die Biodiversität und bietet zahlreichen Arten Lebensraum. Folgende Elemente sind empfehlenswert:
Wasserstellen einrichten: Flache Wasserschalen mit Steinen als Landeplatz dienen als Trinkquelle für Insekten.
Blühwiesen statt Rasenflächen: Eine Blumenwiese mit heimischen Wildblumen bietet Nahrung für viele Insekten.
Heimische Gehölze pflanzen: Sträucher wie Weißdorn, Schlehe oder Holunder sind Nahrungsquelle und Unterschlupf zugleich.
4. Chemiefreies Gärtnern
Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel ist essenziell für den Schutz von Bienen und anderen Nützlingen. Stattdessen können natürliche Methoden angewendet werden:
Nützlinge fördern: Durch das Anpflanzen bestimmter Pflanzen können natürliche Feinde von Schädlingen angelockt werden.
Natürliche Dünger nutzen: Kompost oder organische Dünger fördern ein gesundes Pflanzenwachstum.

Initiativen und Wettbewerbe für den Bienenschutz
Organisationen wie „Deutschland summt!“ setzen sich für den Schutz der Bienen ein und bieten zahlreiche Informationen sowie Aktionen an. Ein Beispiel ist der Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“, bei dem Gartenbesitzer dazu aufgerufen werden, ihre Flächen bienenfreundlich zu gestalten und sich mit anderen auszutauschen.
Literaturempfehlungen
Für alle, die sich intensiver mit dem Thema befassen möchten, sind folgende Bücher empfehlenswert:
„Nützlinge im Garten fördern: Schmetterlinge, Wildbienen, Singvögel & Co.“ von Sofie Meys: Dieses Buch bietet praxisnahe Tipps, wie man Nützlinge im eigenen Garten unterstützen kann.
„Bienenfreundlich Gärtnern“ vom BLV Buchverlag: Das Buch stellt zahlreiche bienenfreundliche Pflanzen vor und gibt Gestaltungstipps für verschiedene Gartengrößen.
„Mein Bienengarten. Bunte Bienenweiden für Hummeln, Honig- und Wildbienen“ von Elke Schwarzer: Die Autorin zeigt, wie man durch die richtige Pflanzenauswahl Bienen in den Garten locken kann.
Fazit: Jeder Beitrag zählt!
Ein bienenfreundlicher Garten bereichert nicht nur die Natur, sondern auch unser eigenes Wohlbefinden. Durch gezielte Maßnahmen können wir in urbanen Räumen wertvolle Lebensräume schaffen und somit aktiv zum Schutz der Biodiversität beitragen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Städte summen und blühen!



