top of page

Lebensräume für (Wild)Bienen - Garten und Balkon insektenfreundlich gestalten

  • Michael Himmelstoss
  • 11. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Dez. 2025


Eine große Pflanzenvielfalt im Zier- und Nutzgarten fördert Bienen und andere wichtige Insekten. Bevorzugen Sie vor allem einfach blühende Pflanzen. Bei Blüten ohne erkennbare Staubblätter und mit gefüllten Blüten, wie viele Rosnearten sind für nektarsuchende Insekten unattraktiv. Die Mischung macht’s: Kombinieren Sie Gehölze, Stauden, Zwiebelblumen und auch Einjahresblumen im Garten. Durch geschickte Auswahl der Pflanzen bieten Sie vom zeitigen Frühjahr (in milden Gebieten schon im Januar oder Februar) bis in den Spätherbst attraktive Nahrungsquellen für Biene und Co. Winterling und Schneeglöckchen gehören zu den ersten Blühern, während späte Astern und Gartenchrysanthemen den Blühreigen beschließen.

Ein Garten lebt von seiner Vielgestaltigkeit. Je nach Größe bieten Trockenmauern, Lesesteinhaufen, Totholz, Hecken, Wasserstellen, Laubhaufen und Blühwiesen bieten t Sonnenplätze und Plätze im Schatten, die standortgerecht bepflanzt und gestaltet sind. Das Beleuchten von Gärten stört den Rhythmus der Tiere von Tag und Nacht. Verwenden Sie deshalb möglichst nur zielorientierte Lichtquellen, die aus Sicherheitsgründen nötig sind. Sinnvoll angebrachte Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren sind gute Möglichkeiten, die Lichtimmission zu reduzieren. Licht sollte blendfrei nur nach unten strahlen und eine warmweiße Farbtemperatur besitzen.


Insektenfreundlicher Balkon

Klein, aber fein – für den Balkon

Wo Gartenflächen fehlen, sind bunt gestaltete Fensterbänke, Balkone, Terrassen und auch Dachgärten besonders wichtig. Selbst am Fensterbrett lassen sich kleinere Blühpflanzen oder blühende Gewürzkräuter ziehen. In Pflanztöpfen auf Balkon und Terrasse können Sie mit attraktiv blühenden Stauden, Kräutern und Gehölzen ein grünes Paradies für sich und die Bestäuber-Insekten schaffen. Als Durstlöscher für Vögel und Insekten lassen sich auch auf kleinsten Flächen Wasserstellen z.B. in Form von Trinkschalen integrieren.


EXKURS: Staudengarten

Für jeden Lebensbereich im Garten finden sich Stauden mit tierökologischem Wert. Wählen Sie Stauden für alle Jahreszeiten aus, damit den Insekten über die gesamte Vegetationsperiode genügend Blüten zur Verfügung stehen.


Vielfalt für Bestäuber – Stauden bitten zu Tisch

Besondere Substrate für Stauden Rohboden, ungewaschener Sand oder Splitt sind als unkrautfreie Substrate (Einbautiefe 20 bis 30 cm) bzw. als Mulch (Auftragsstärke 5 bis 7cm) für trockenverträgliche Stauden an sonnigen Standorten sehr gut geeignet. Sie dienen gleichzeitig vielen Insekten insbesondere zahlreichen Wildbienen-Arten als Lebensraum und Brutplatz. Die Verwendung von anstehendem oder geliefertem Oberboden kann für das Gedeihen von Stauden problematisch sein, falls er mit konkurrenzstarken Wurzelunkräutern wie Quecke oder Giersch „verseucht“ ist, Alternativ bietet der Handel spezielle Baum- oder Staudensubstrate (Einbautiefe ca. 20 bis 30 cm) an – wurzelunkrautfrei, versteht sich!


Heimische Arten ergänzen

Einige spezialisierte Wildbienen-Arten sind auf bestimmte heimische Arten angewiesen. Pflanzen Sie deshalb unbedingt auch heimische Stauden in Ihren Garten, am besten aus regionalen Herkünften; ergänzen Sie die Blütezeit der heimischen Arten insbesondere durch frühjahrsblühende bzw. spätblühende Arten anderer Herkünfte. Pflanzen Sie frühblühende Stauden wie z.B. Lenzrosen (Helleborus orientalis) oder Küchenschellen (Pulsatilla vulgaris) in den Garten. Als frühe Nahrungsquellen helfen sie Bienen und Wildbienen beim Start in die neue Saison. Reichblühende Präriestauden sorgen spät im Sommer für ein letztes Farbfeuerwerk im Garten und versorgen die Blütenbesucher, bevor der Winter kommt.  Astern, Rudbeckien oder Sonnenbräute bevorzugen frische, nährstoffreiche Böden in voller Sonne. Grundsätzlich sind ungefüllte Blüten bei der Staudenauswahl zu bevorzugen, da Blütenbesucher so an Nektar und Pollen gelangen können. Sorgen sie für blühende Dynamik im Staudenbeet!


Mehr Natur im eigenen Garten

Kombinieren Sie langlebige Stauden mit kurzlebigen Streupflanzen

(z.B. Natternkopf (Echium), Königskerzen (Verbascum) oder Wilde Möhre (Daucus carota)), die durch Selbstaussaat für Dynamik in den Pflanzflächen sorgen und reichblühende Futterpflanzen sind. In hinteren, etwas „wilderen“ Bereichen bietet sich das Pflanzen von ökologisch wertvollen Wildstauden mit Naturcharakter an. Exemplarisch sei hier die heimische Brennnessel (Urtica dioica) genannt, die als wertvolle Raupenfutterpflanze vielen Schmetterlingen und Nachtfaltern zu Diensten ist. Man hält sie z.B. durch das Abschneiden der Blüten (Verhinderung Selbstaussaat) und das Abstechen von Ausläufern ganz gut in Schach. Die meisten Stauden blühen vor allem im Früh- und Hochsommer, hier gibt es eine große Auswahl guter Pollen- und Nektarspender für die verschiedenen Standorte.

Verwenden Sie vorzugsweise heimische Arten in diesem Blütezeitraum. Auch trockene Standorte in der Sonne lassen sich mit entsprechender Bepflanzung zu biodiversen Oasen gestalten. Es gibt pflegeleichte, heimische wie nicht heimische Stauden und Kräuter, die an trocken-warme, steinige Standorte („Lebenbereich Felssteppe“) angepasst und hervorragende Bienenweiden sind.


Ja, was summt und brummt denn da? Nichts? Dann gleich Hand anlegen! In unserer neuen Broschüre "Lebensräume für (Wild)Bienen - Garten und Balkon insektenfreundlich gestalten" bekommen Sie zahlreiche Tipps und Tricks, wie Sie Lebens- und Nahrungsraum für Honig- und Wildbienen schaffen können.Dabei sind es oft bereits wenige wie auch einfache Handgriffe, die das Biodiversitäts-Barometer im Garten, aber auch auf Balkon und Terrasse nach oben steigen lassen.Die Broschüre steht ab sofort als Download (PDF) kostenfrei zur Verfügung.   Mehr


Broschüre "Lebensräume für (Wild)Bienen - Garten und Balkon insektenfreundlich gestalten"


 
 
bottom of page