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Koexistenz von Wild- und Honigbienen

Erleben Sie die Faszination der Honigbienen in Ihrer Stadt!

Wildbiene

Warum Apis mellifera keine Gefahr für Wildbienen ist

Bienen spielen eine unverzichtbare Rolle im Ökosystem, indem sie Pflanzen bestäuben und damit zur biologischen Vielfalt sowie zur Sicherung unserer Nahrungsmittel beitragen. Neben der Honigbiene (Apis mellifera) gibt es in Deutschland rund 600 verschiedene Wildbienenarten, die oft übersehen werden, aber einen ebenso wichtigen Beitrag leisten. In den letzten Jahren wurde immer wieder diskutiert, ob Honigbienen eine Bedrohung für Wildbienen darstellen. Doch tatsächlich ist eine harmonische Koexistenz möglich – wenn die richtigen Bedingungen geschaffen werden.

Die Biene bestäubt die Blüten

Lebensweise der Wildbienen – Vielfalt und Spezialisierung

Im Gegensatz zur Honigbiene, die als staatenbildendes Insekt in großen Völkern lebt, sind die meisten Wildbienenarten solitär lebende Einzelgänger. Das bedeutet, dass jedes Weibchen für sich alleine ein Nest baut und seinen Nachwuchs versorgt.

Die Vielfalt der Wildbienen zeigt sich auch in ihrer Lebensweise:

  • Bodennister: Etwa 75 % der Wildbienen legen ihre Eier in kleine Höhlen im Boden.

  • Hohlraumbewohner: Andere Arten nisten in abgestorbenem Holz oder Pflanzenstängeln.

  • Spezialisierte Blütenbesucher: Während Honigbienen ein breites Spektrum an Pflanzen bestäuben, sind viele Wildbienenarten auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen (sogenannte oligolektische Bienen).

Sind Honigbienen Nahrungskonkurrenten für Wildbienen?

Die Honigbiene ist ein Generalist, der Pollen und Nektar von zahlreichen Pflanzen sammelt. Wildbienen hingegen sind häufig auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Daher gibt es kaum direkte Nahrungskonkurrenz zwischen Honig- und Wildbienen.

Zusätzlich gibt es folgende Aspekte, die zeigen, dass die Koexistenz unproblematisch ist:

  • Unterschiedliche Sammelzeiten: Wildbienen und Honigbienen haben oft unterschiedliche Aktivitätszeiten. Manche Wildbienen fliegen schon sehr früh im Jahr, während die Honigbienen erst bei wärmeren Temperaturen aktiv werden.

  • Verschiedene Bestäubungstechniken: Wildbienen bestäuben viele Pflanzen effizienter als Honigbienen, da sie unterschiedliche Sammeltechniken haben. Die Hummel zum Beispiel nutzt die „Vibrationstechnik“, um Pollen aus bestimmten Blüten herauszulösen.

  • Natürliche Begrenzung der Honigbienen-Dichte: In Deutschland gibt es etwa 1 Million Honigbienenvölker, doch diese sind über das Jahr hinweg nicht gleichmäßig aktiv. Zudem hängen ihre Bestäubungsleistungen stark von Standort und Umwelteinflüssen ab.

Wie können wir Wildbienen schützen?

Damit Wildbienen weiterhin ihre wichtige Funktion im Ökosystem erfüllen können, brauchen sie geeignete Lebensräume. Jeder kann dazu beitragen, die Bedingungen für sie zu verbessern:

Nahrungsangebot schaffen

  • Wildbienen benötigen ein vielfältiges Blütenangebot mit ungefüllten Blüten.

  • Besonders wichtig sind heimische Wildpflanzen, da sie oft die einzigen Nahrungsquellen für spezialisierte Wildbienen sind.

  • Pflanze bienenfreundliche Stauden, Kräuter oder Obstbäume in Gärten, Balkonen oder öffentlichen Grünflächen.

 

Nistmöglichkeiten bereitstellen

  • Totholz, offene Bodenstellen oder Nisthilfen aus Lehm und Holz bieten Wildbienen Platz für ihre Nester.

  • Wildbienenhotels können für einige Arten hilfreich sein, sollten aber mit natürlichen Materialien gestaltet werden.

  • Vermeidung von chemischen Pflanzenschutzmitteln, die Wildbienen schaden können.

 

Lebensräume erhalten

  • Wildbienen brauchen blühende Wiesen statt kurz gemähter Rasenflächen.

  • Straßenränder, Ackerrandstreifen oder Brachflächen sollten bienenfreundlich gestaltet werden.

  • Jeder kann mit Landwirten oder Kommunen zusammenarbeiten, um insektenfreundliche Maßnahmen zu unterstützen.

Fazit

Honigbienen und Wildbienen können problemlos nebeneinander existieren. Entscheidend für das Überleben der Wildbienen ist nicht die Konkurrenz zur Honigbiene, sondern der Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen. Mit gezielten Maßnahmen – vom bienenfreundlichen Garten bis hin zu naturnahen Landschaften – kann jeder einen Beitrag zum Schutz der Wildbienen leisten. Gemeinsam können wir die Artenvielfalt erhalten und die wertvolle Arbeit aller Bienen schützen!

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